Das Hobby zum Beruf gemacht

“Leben, wo andere Urlaub machen.”

Sprüche, die nur all zu gern ein Gefühl von Glück oder Neid hervorrufen.
So einfach, wie es aussieht, ist es eben doch nicht immer. Sei es der idyllische Schafshirte in Griechenland, dem man die Strapazen nicht ansieht, oder der Zuckerbäcker, der keine Süßwaren mehr schmecken mag.

Mir wurde das Hobby am Fotografieren leider anderweitig vergellt. Einerseits hatte ich eine Menge Kontakt zu Menschen, die – nicht wie ich – extrem sorgfältig mit ihren Produkten umgehen und dennoch ein Problem erfahren. Andererseits hatte ich viel Kontakt zu Menschen mit viel Geld, aber wenig Ahnung. Dazu gibt es Pixelpeeper, die Bilder in vierhundert prozentiger Vergrößerung anschauen und dann Unschärfe in einer Ecke konstantieren.

Als Nutzer hat man es echt nicht leicht:

Angenommen, man verliert ein Zubehörteil, wie eine Blitzschuhabdeckung, eine Augenmuschel, einen Akkufachdeckel oder eine Gummiabdeckung für die Batteriegriff-Kontakte an der Bodenplatte. Pfennigsartikel, hätte man vor 2002 noch gesagt. Der Hersteller, für den ich gearbeitet habe, hat eine Möglichkeit geschaffen, diese Kleinteile über den Online-Shop nachzubestellen. Da dort mit Geld (Kredit-Karten-Daten, PayPal) gearbeitet wird, ist es logisch und verständlich, dass solche Produkte versichert versendet werden. Dabei fallen nun einmal Porto- und Verpackungskosten an.

Anders sieht es aus, wenn Artikel nicht mehr lieferbar sind. Dann wird es oft schnell teuer, wenn man auf das Original-Produkt zurück greifen will. Allerdings gibt es für solche Produkte oftmals Ersatz von anderen Hersteller, vielleicht auch No-Name, für einen Bruchteil des Original-Preises.

Schlimmer wird es, wenn die Hardware mit entsprechender Software geliefert wird, diese aber nach 10 Jahren und etlichen Windows-Updates auf einmal nicht mehr Kompatibel zum neuesten Betriebssystem ist. Da hilft oft nur der Neukauf einer entsprechenden Software-Lizenz, oder direkt eines neuen Hardware-Produkts.

All das kann passieren!

Aber es ist doch kein Grund, sich über den Hersteller aufzuregen. Dieser hat seine Pflicht erfüllt und ein einwandfreies Produkt geliefert, mitunter sogar jahrelang mit Updates versorgt. Der Hersteller ist garantiert nicht für Verluste verantwortlich zu machen, ebenso hat er dafür zu sorgen, dass Software bis in alle Unendlichkeit kompatibel bleibt.

Lesen bildet!

Bedienungsanleitungen sind nicht umsonst erfunden worden. Sie dienen des besseren Verständnis und der erleichterten Bedienung. Statt Anleitungen auf Papier zu drucken (in etlichen Sprachen), nach Firmware-Update teuer zu entsorgen und aufwendig neu zu drucken und in die Verpackung zu sortieren, statt Anleitungen auf CD zu brennen, sind viele Hersteller dazu über gegangen die Bedienungsanleitungen Online zur Verfügung zu stellen. Ich kann gar nicht aufhören zu zählen, wie oft ich erklären musste, dass bestimmte Objektive eine Fokus-Kupplung besitzen und sich somit sehr schnell von Autofokus auf manuellen Fokus umschalten lassen. Dummerweise passiert das auch aus Versehen – und der nichtsahnende, nichtswissende Kunde kann keine scharfen Fotos mehr erstellen.

Geld schützt vor Dummheit nicht!

Ein Flaggschiff-Produkt ist nicht dafür gedacht, sich damit zu profilieren, sondern um bestmögliche Resultate zu erzielen. Es bringt also nichts, nur weil man ein gut gefülltes Bankkonto hat, sich das beste und teuerste Produkt eines Herstelles zu kaufen, wenn man es nicht beherrscht. Ein sehr schönes Beispiel ist der berühmte Hochzeitsfotograf mit der Voll-Format-Kamera, der diese im grünen Automatikmodus benutzt. Die beste Automatik ersetzt kein Wissen, keine Erfahrung, keine Technik und erst Recht keine Kreativität. Ein sehr schönes Beispiel sind im Übrigen diejenigen, die Equipment im Wert von mehreren tausend Euros haben, allerdings keinen Computer (sie gehen mit der vollen Speicherkarte an den Automaten im Drogerie-Markt).

Grundwissen ist gefragt

Wer fotografiert, sollte über ein gewisses Grundwissen verfügen. Wenn man bessere Bilder erzielen möchte, als das was einem der Automatik-Modus bietet, braucht man dieses Wissen. Es gibt eine sehr schöne Webseite, die fotografische Grundlagen vermittelt: Kleine-Fotoschule (Glaubt mir: etliche meiner beruflichen Kontakte können diesen Link sehr gut gebrauchen.)

Aber nicht nur technisches Fachwissen ist gefragt, sondern auch Wissen über Gestaltung und Farbgebung erweitern den Horizont und den Erfolg für ein gutes Foto. Nur mit diesem Komplettwissen ist es einem möglich, Regeln zu brechen und damit eine weitere Komponente zu anspruchsvollen Fotos zu haben.

Nach dem Foto ist vor dem Bild

Es ist, will man das Beste aus seinem Bild herauskitzeln, unumgänglich im RAW-Format zu speichern (ob mit oder ohne JPG sei mal ganz dahingestellt – wobei mit JPG mehr Zeit benötigt). Die kameraeigene JPG-Entwicklung ist wie der Automatik-Modus: Sie kann zwar viel, aber längst nicht alles. Also empfiehlt es sich, nicht nur die Kamera kennen zu lernen, sondern auch die (mitgelieferte) Software zum Entwickeln des RAW-Fotos. Anschließend erhält man ein Bild, das man auch getrost (und das ist der Sinn der Sache) ausdrucken und Anderen zeigen kann.

Meckern erwünscht!

Sollte es wirklich Probleme mit dem Produkt geben, die nicht von unsachgemäßer Benutzung stammen (dabei ist Dummheit eingeschlossen), bieten die meisten Hersteller die Möglichkeit, dieses direkt an die Service-Adresse zu senden. Dabei geht der Kunde nicht den (gesetzlich vorgesehenen) Weg des Kontakts zum Händler, der für die einwandfreie Funktion (Produkteigenschaft) bürgt (Kaufvertrag). Vorteil dabei ist, dass das Service-Center direkt mit dem Kunden kommunizieren kann (bei Rückfragen) und das Produkt direkt an die Kunden-Adresse zurück senden kann. Allerdings sollte man hierbei darauf achten, alle Angaben (Adresse, Fehlerbeschreibung), sowie eine Kopie der Kaufrechnung mitzuliefern. Versandkosten gehen dabei auf eigene Rechnung.

Der direkte Kontakt zum Händler, und die Einsendung über diesen, hat den Vorteil, dass keine Versandkosten entstehen – mit allen Nachteilen.

Oftmals hilft es allerdings, die Hotline zu kontaktieren, bevor man das Produkt unnötig, aufgrund eines Bedienungsfehlers, einsendet.

Wie sind Eure Erfahrungen? Wie lange fotografiert Ihr schon? Immer noch so gerne wie am ersten Tag?

 

 

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